Viele Männer ab 50 kennen das: Beim Arzt werden Blutwerte angesprochen, das Wort „Cholesterin“ fällt – und plötzlich ist von Herzinfarktrisiko die Rede. Doch was steckt tatsächlich dahinter? Ist Cholesterin wirklich so gefährlich? Und was hat es mit „gutem“ und „schlechtem“ Cholesterin auf sich? Dieser Artikel erklärt verständlich, was in den Blutgefäßen passiert, warum bestimmte Cholesterinwerte kritisch sind und was Mann selbst tun kann, um sein Risiko zu senken. Schau Dir unser Video an:
Cholesterin ist kein Giftstoff, sondern ein lebenswichtiger Fettstoff. Der Körper benötigt Cholesterin, um Zellwände aufzubauen, Hormone zu bilden und Vitamin D herzustellen.
Es gibt zwei Quellen für Cholesterin: Der Körper stellt es in der Leber selbst her, zusätzlich wird es über die Nahrung aufgenommen. Das Problem ist also nicht, dass Cholesterin an sich „böse“ wäre. Kritisch wird es, wenn zu viel Cholesterin in einer ungünstigen Form im Blut unterwegs ist.
Fette können sich im Blut nicht einfach auflösen. Deshalb werden sie vom Körper an spezielle Transportteilchen gebunden, die sogenannten Lipoproteine. „Lipoprotein“ bedeutet nichts anderes als „Fett-Eiweiß-Teilchen“:
Der Fettanteil, unter anderem Cholesterin, wird von einer Hülle aus Eiweiß durch den Blutkreislauf transportiert. Unter diesen Lipoproteinen sind zwei Arten besonders wichtig: LDL und HDL. Sie entscheiden mit darüber, ob Cholesterin eher schadet oder schützt.
LDL steht für „Low Density Lipoprotein“ und wird meist als „schlechtes Cholesterin“ bezeichnet. Die Aufgabe von LDL ist es, Cholesterin von der Leber zu den Körperzellen zu bringen. Grundsätzlich ist das sinnvoll, denn die Zellen brauchen Cholesterin.
Wenn jedoch dauerhaft zu viel LDL im Blut ist, beginnt das Problem. Bei erhöhten LDL-Werten kann sich Cholesterin in den Innenwänden der Blutgefäße ablagern, besonders in den Herzkranzgefäßen, also jenen Gefäßen, die den Herzmuskel selbst mit Blut versorgen.
Lagert sich LDL-Cholesterin in der Gefäßwand ab, entstehen im Laufe der Zeit kleine „Plaques“. Das sind Ablagerungen aus Fett, Kalk und anderen Stoffen. Der Fachbegriff dafür lautet Arteriosklerose. Vereinfacht bedeutet das: Die Adern werden innen enger und ihre Wände steifer. Man kann sich das wie alte Wasserrohre vorstellen, in denen sich im Laufe der Jahre immer mehr Rückstände ansammeln.
Je weiter diese Ablagerungen wachsen, desto schlechter kann Blut hindurchfließen, und der Herzmuskel wird schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Wird eine solche Plaque instabil und reißt auf, kann sich ein Blutgerinnsel bilden, das das Gefäß plötzlich komplett verstopft. Wird ein Herzkranzgefäß verschlossen, spricht man von einem Herzinfarkt.
Auf der anderen Seite gibt es das sogenannte HDL, „High Density Lipoprotein“. Man bezeichnet es als „gutes Cholesterin“. HDL hat eine Art Schutzfunktion: Es sammelt überschüssiges Cholesterin aus den Gefäßwänden ein, transportiert dieses Cholesterin zurück zur Leber und ermöglicht, dass es dort abgebaut oder aus dem Körper ausgeschieden wird.
Man kann HDL mit einer „Putzkolonne“ vergleichen, die die Blutgefäße von überflüssigem Cholesterin befreit. Deshalb gilt: Ein höherer HDL-Wert wirkt meist eher schützend für Herz und Gefäße, während ein sehr niedriger HDL-Wert ein weiteres Warnsignal sein kann.
Auf Laborzetteln findet sich häufig der Wert „Gesamtcholesterin“. Das ist einfach die Summe aus allen Cholesterinformen, einschließlich LDL und HDL. Ein hoher Gesamtcholesterinwert wirkt auf den ersten Blick bedrohlich, ist aber allein oft nicht aussagekräftig genug. Ein hoher Gesamtwert kann beispielsweise auch daran liegen, dass der HDL-Wert, also das „gute“ Cholesterin, besonders hoch ist.
Wichtiger als das Gesamtcholesterin sind daher der LDL-Wert, der HDL-Wert, das Verhältnis zwischen LDL und HDL sowie weitere Blutfette wie Triglyzeride. Erst aus dieser Kombination lässt sich das Risiko besser einschätzen.
Ob erhöhte Cholesterinwerte tatsächlich gefährlich sind, hängt stark vom gesamten Risikoprofil ab. Besonders wichtig sind weitere Faktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes oder Vorstufen davon, Übergewicht – vor allem Bauchfett –, Bewegungsmangel, familiäre Vorbelastung mit frühen Herzinfarkten in der Familie sowie Alter und Geschlecht.
Je mehr dieser Risikofaktoren zusammenkommen, desto strenger sollten die Zielwerte für LDL-Cholesterin sein. Männer ab 50, insbesondere mit zusätzlichen Risikofaktoren, profitieren häufig besonders davon, wenn das „schlechte“ Cholesterin deutlich gesenkt wird.
Ein wichtiger Vorteil: In vielen Fällen lassen sich Cholesterinwerte durch den eigenen Lebensstil beeinflussen, vor allem bei milden bis moderaten Erhöhungen.
Ein zentraler Ansatzpunkt ist die Ernährung. Weniger stark verarbeitete Produkte, Fertiggerichte und Fast Food, dafür mehr frisches Gemüse, Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen und Kichererbsen sowie Vollkornprodukte sind sinnvoll.
Bei den Fetten kommt es besonders auf die Qualität an: Hochwertige pflanzliche Öle wie Olivenöl oder Kokosöl, Nüsse und Fisch mit Omega-3-Fettsäuren wirken sich meist positiv aus, während Wurstwaren, fette Fleischsorten und frittierte Speisen eher ungünstig sind.
Auch Bewegung spielt eine große Rolle. Regelmäßige körperliche Aktivität kann helfen, LDL zu senken und HDL zu erhöhen. Geeignet sind etwa zügiges Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen oder leichtes Joggen. Es muss kein Leistungssport sein. Wichtiger als die Sportart ist die Regelmäßigkeit. Ein guter Anhaltspunkt ist, mehrmals pro Woche so aktiv zu sein, dass man beim Bewegen noch sprechen, aber nicht mehr singen könnte.
Wer übergewichtig ist, profitiert zusätzlich von einer Gewichtsreduktion, besonders wenn sich die Pfunde am Bauch befinden. Schon eine moderate Abnahme kann die Blutfettwerte spürbar verbessern.
Ein weiterer zentraler Punkt ist der Rauchstopp. Rauchen schädigt die Gefäßinnenwände und erleichtert es LDL-Cholesterin, sich dort abzulagern. Ein Rauchstopp gehört zu den wirksamsten einzelnen Maßnahmen, um das Herzinfarktrisiko deutlich zu senken. Viele Männer unterschätzen, welchen Unterschied es machen kann, Zigaretten konsequent wegzulassen – nicht nur für die Lunge, sondern auch für Herz und Gefäße.
Cholesterin ist ein wichtiger Stoff, den der Körper braucht, aber die Menge und die Form im Blut sind entscheidend. LDL, das „schlechte“ Cholesterin, fördert Ablagerungen in den Gefäßwänden und erhöht damit das Herzinfarktrisiko.
HDL, das „gute“ Cholesterin, hilft, überschüssiges Cholesterin aus den Gefäßen abzutransportieren und wirkt eher schützend. Das reine Gesamtcholesterin ist weniger aussagekräftig als die einzelnen Werte und das Verhältnis von LDL zu HDL.
Weitere Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Bewegungsmangel spielen eine große Rolle – besonders bei Männern ab 50. Durch eine bewusste Ernährung, regelmäßige Bewegung, Gewichtsreduktion und einen konsequenten Rauchstopp kann jeder Mann selbst viel für bessere Cholesterinwerte und ein geringeres Herzinfarktrisiko tun.
Wer seine Werte kennt, das Zusammenspiel der Faktoren versteht und bereit ist, an einigen Stellschrauben zu drehen, kann aktiv viel für seine Herzgesundheit tun – gerade im zweiten Lebensabschnitt.
PS: Mehr wertvolle Informationen zum Thema "Herz und Kreislauf" findest Du auf der Seite GESUNDER KÖRPER.
KOSTENLOS HERUNTERLADEN!
Nicht ganz ernst gemeinte Tipps für einen Selbst-Check. Jetzt kostenlos herunterladen!
HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Sämtliche Informationen auf dieser Website sind allgemeine Informationen und geben die Auffassung und Erfahrung des Website-Betreibers und eventueller Gastautoren wieder. Sie wurden nach bestem Wissen und Gewissen in öffentlich zugänglichen Quellen recherchiert und aufbereitet. Sie sollen und können jedoch keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung ersetzen.
Die Inhalte dieser Website sind nicht dafür bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern. Jeder Mensch hat eine individuelle gesundheitliche Situation. Kontaktiere deshalb einen Arzt oder Heilpraktiker Deines Vertrauens, falls eine Notwendigkeit dafür besteht. Wenn Du Medikamente einnimmst oder an einer Krankheit leidest, konsultiere Deinen Arzt, bevor Du Produkte und Verfahren verwendest, die auf dieser Website vorgestellt werden.
Alle Angaben sind ohne Gewähr. Die Autoren haftet nicht für Schäden, die aus der möglichen Anwendung der beschriebenen Maßnahmen entstehen.
TRANSPARENZ-INFO: Die mit einem Stern (*) gekennzeichneten Links auf dieser Website sind sogenannte Partner-Links. Wenn Du über so einen Link bestellst, erhalten wir eine Provision.
Für Dich ändert sich nichts am Preis und es entstehen keine zusätzlichen Kosten. Dafür unterstützt Du unsere Arbeit bei der Gesundheitsaufklärung. Danke für Deine Hilfe!
© 2025 Dr. Hartmut Sauer | Impressum | Datenschutzerklärung