Arteriosklerose – umgangssprachlich oft „Gefäßverkalkung“ genannt – gehört zu den häufigsten und gefährlichsten Erkrankungen in unseren Breiten. Das Heimtückische: Sie entwickelt sich langsam, meist über viele Jahre, und macht lange Zeit kaum oder gar keine Beschwerden. Gerade Männer ab 50 sind besonders betroffen – haben aber gleichzeitig viele Möglichkeiten, gegenzusteuern.
Hier erfährst du in einfacher, gut verständlicher Sprache, was Arteriosklerose ist, welche Folgen sie haben kann, welche Ursachen dahinterstecken, welche Warnzeichen du ernst nehmen solltest und wie du dein persönliches Risiko senken kannst. Schau Dir unser Video an:
Deine Blutgefäße kannst du dir wie ein verzweigtes Leitungssystem vorstellen. Arterien sind die „Rohre“, die das Blut vom Herzen in den Körper transportieren. Sie bringen Sauerstoff und Nährstoffe zu Organen und Muskeln – ähnlich wie Wasserleitungen in einem Haus.
Bei Arteriosklerose lagern sich an der Innenwand dieser Arterien Fette, Cholesterin und Kalk ab. Diese Ablagerungen nennt man „Plaques“. Wie Kalk und Schmutz in einem Wasserrohr führen sie dazu, dass die Gefäße im Laufe der Zeit enger und starrer werden.
Anfangs fließt das Blut noch ausreichend, du merkst nichts davon. Doch je weiter die Verengung fortschreitet, desto schlechter werden Organe und Muskeln mit Sauerstoff versorgt – mit teils dramatischen Folgen.
Wenn Gefäße stark verengt oder sogar verschlossen werden, wird der nachgeschaltete Bereich plötzlich nicht mehr ausreichend versorgt. Was das konkret bedeutet, hängt davon ab, welches Organ betroffen ist.
Sind die Herzkranzgefäße verengt – also die Arterien, die dein Herz selbst mit Blut versorgen –, spricht man von der koronaren Herzkrankheit. Das Herz bekommt vor allem bei Belastung nicht genug Sauerstoff.
Du kannst das als Druck- oder Engegefühl in der Brust spüren, manchmal mit Ausstrahlung in Arm, Hals, Kiefer oder Rücken. Wird ein solches Gefäß plötzlich komplett verschlossen, etwa durch ein Blutgerinnsel, entsteht ein Herzinfarkt: Ein Teil des Herzmuskels wird gar nicht mehr mit Sauerstoff versorgt und kann absterben – ein lebensbedrohlicher Notfall.
Arteriosklerose kann auch die Gefäße im Gehirn betreffen. Wird ein Hirngefäß verengt oder verschlossen, kann ein Schlaganfall entstehen. Dann wird ein Bereich des Gehirns nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Die Folgen können Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen, bleibende Behinderungen oder sogar der Tod sein.
Auch die Beinarterien können betroffen sein. Typisch sind dann Schmerzen in den Waden oder Oberschenkeln beim Gehen, die nach kurzer Pause wieder verschwinden. Weil Betroffene immer wieder stehen bleiben müssen, als würden sie in Schaufenster schauen, nennt man das auch „Schaufensterkrankheit“.
In schweren Fällen heilen Wunden an den Füßen schlecht, im Extremfall drohen Gewebeverlust und Amputationen.
Andere Organe wie die Nieren können ebenfalls Schaden nehmen. Werden die Gefäße, die die Nieren versorgen, verengt, kann das zu dauerhaft hohem Blutdruck und langfristig zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion führen.
Cholesterin spielt bei Arteriosklerose eine zentrale Rolle. Cholesterin ist ein Fettstoff im Blut, den dein Körper braucht, unter anderem für Zellwände und Hormone. Entscheidend ist aber, wie dieses Cholesterin im Blut transportiert wird.
LDL-Cholesterin („Low Density Lipoprotein“) kannst du dir wie einen Transport-LKW vorstellen. Er bringt Cholesterin aus dem Blut in die Gefäßwand. Ist zu viel LDL im Blut, lagert sich mehr Cholesterin in den Gefäßen ab. Diese Ablagerungen fördern die Bildung von Plaques – deshalb nennt man LDL das „schlechte“ Cholesterin.
HDL-Cholesterin („High Density Lipoprotein“) wirkt dagegen eher schützend. HDL funktioniert wie ein Reinigungsfahrzeug: Es nimmt überschüssiges Cholesterin aus den Gefäßwänden auf und bringt es zur Leber, wo es abgebaut wird. Darum spricht man beim HDL vom „guten“ Cholesterin.
Für dein Risiko ist das Zusammenspiel wichtig: Je höher das LDL und je niedriger das HDL, desto leichter lagert sich Cholesterin ab. Sind LDL-Werte dagegen niedrig und HDL-Werte ausreichend hoch, ist das für deine Gefäße deutlich günstiger.
Arteriosklerose hat meist mehrere Ursachen gleichzeitig. Einige Faktoren kannst du nicht verändern, andere sehr wohl. Eine Rolle spielen Veranlagung und Alter. In manchen Familien treten Herzinfarkte oder Schlaganfälle gehäuft auf, und je älter du wirst, desto länger hatte Arteriosklerose Zeit, sich zu entwickeln. Männer ab 50 sind daher besonders gefährdet.
Sehr wichtig sind außerdem Bluthochdruck, Rauchen und Diabetes (die Zuckerkrankheit). Bluthochdruck schädigt die empfindliche Innenwand der Gefäße dauerhaft. Rauchen fördert Entzündungen, verengt die Gefäße und verschlechtert die Sauerstoffversorgung im Blut. Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker – wie bei schlecht eingestelltem Diabetes – greift die Gefäßwände an, macht sie spröde und anfälliger für Ablagerungen.
Hinzu kommen Übergewicht, Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung. Wer sich wenig bewegt, viel sitzt, reichlich Fast Food, Wurstwaren, Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke konsumiert, hat oft gleich mehrere Probleme auf einmal: erhöhtes LDL-Cholesterin, erhöhten Blutzucker und erhöhten Blutdruck. Zu viel Alkohol und Dauerstress verstärken das Ganze, weil sie Schlaf, Essverhalten und Stoffwechsel zusätzlich verschlechtern.
Das Gemeine an Arteriosklerose ist, dass du lange Zeit nichts spürst. Trotzdem gibt es typische Alarmzeichen, die du ernst nehmen solltest.
Am Herzen können bei Belastung Druck, Enge oder Schmerzen in der Brust auftreten, manchmal mit Ausstrahlung in Arm, Hals, Kiefer oder Rücken.
Atemnot bei Anstrengung gehört ebenfalls zu den Warnsignalen. Ein plötzlicher starker Brustschmerz, verbunden mit Atemnot, kaltem Schweiß und starker Unruhe, kann auf einen Herzinfarkt hinweisen – hier gilt: sofort den Notruf wählen.
Im Gehirn können plötzlich auftretende Lähmungen oder Taubheitsgefühle auf einer Körperseite, plötzlich einsetzende Sprach- oder Sehstörungen oder ein ungewöhnlich starker Kopfschmerz ein Hinweis auf einen Schlaganfall sein. Auch hier zählt jede Minute.
In den Beinen machen sich verengte Gefäße oft zunächst beim Gehen bemerkbar: Schmerzen in Waden, Oberschenkeln oder Gesäß, die in Ruhe schnell nachlassen, kalte Beine oder schlecht heilende Wunden an den Füßen können ebenfalls Zeichen einer gestörten Durchblutung sein.
Auch allgemein nachlassende Belastbarkeit und schnelle Erschöpfung können Hinweise sein, sollten aber immer ärztlich abgeklärt werden. Und ganz wichtig: Auch ohne spürbare Symptome können deine Gefäße bereits geschädigt sein. Deshalb sind Vorsorgeuntersuchungen so wertvoll.
Die gute Nachricht: Du bist der Arteriosklerose nicht ausgeliefert. Mit deinem Lebensstil kannst du sehr viel beeinflussen – auch dann, wenn du schon über 50 bist.
Ein erster Schritt ist, deine Blutfette im Blick zu behalten. Lass LDL- und HDL-Cholesterin regelmäßig beim Arzt kontrollieren und sprich darüber, welche Zielwerte für dich sinnvoll sind. Mit einer bewussteren Ernährung kannst du viel erreichen:
Weniger stark verarbeitete Lebensmittel, weniger Fast Food, Wurst und Süßes, dafür mehr Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse entlasten deine Gefäße. Gesunde Fette aus Olivenöl, Kokosöl, Nüssen und fettem Fisch wie Lachs oder Makrele tun deinen Blutfetten gut.
Regelmäßige Bewegung wirkt fast wie ein Medikament – nur ohne Nebenwirkungen. Du musst keinen Marathon laufen: Schon etwa 30 Minuten zügiges Gehen an den meisten Tagen der Woche helfen, Blutdruck, Blutfette und Blutzucker zu verbessern und das „gute“ HDL-Cholesterin zu erhöhen. Treppen statt Aufzug, kurze Strecken zu Fuß oder mit dem Rad, weniger Sitzen – jede zusätzliche Bewegung zählt.
Wenn du rauchst, ist ein Rauchstopp wahrscheinlich der wirkungsvollste Schritt, um dein Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall zu senken. Schon nach wenigen rauchfreien Jahren sinkt das Risiko deutlich. Unterstützung durch Beratung, Kurse oder Apps kann dir das Aufhören erleichtern.
Auch dein Blutzucker sollte im grünen Bereich bleiben. Besonders bei Übergewicht oder familiärer Vorbelastung lohnt sich eine Kontrolle. Eine ausgewogene Ernährung, Gewichtsreduktion und mehr Bewegung können deine Werte spürbar verbessern und die Gefäße entlasten.
Dazu kommt der Umgang mit Alkohol und Stress. Mehrere alkoholfreie Tage pro Woche, bewusster Konsum und Strategien zum Stressabbau – etwa ausreichend Schlaf, regelmäßige Pausen, Spaziergänge oder Entspannungsübungen – helfen deinem Herz-Kreislauf-System mehr, als viele glauben.
Nicht zuletzt sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt wichtig. Gerade ab 50 solltest du Blutdruck, Blutfette, Blutzucker und Gewicht regelmäßig überprüfen lassen. So erkennst du früh, ob sich etwas in die falsche Richtung entwickelt, und kannst rechtzeitig gegensteuern, bevor es zu ernsten Folgen kommt.
Arteriosklerose bedeutet, dass sich Ablagerungen aus Fetten, vor allem Cholesterin, und Kalk in deinen Arterien bilden. Die Gefäße werden enger und härter, das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Durchblutungsstörungen in den Beinen und Schäden an anderen Organen steigt deutlich.
Entscheidend sind dabei vor allem zu viel LDL-Cholesterin, das „schlechte“ Cholesterin, und zu wenig HDL-Cholesterin, das „gute“ Cholesterin, zusammen mit Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes, Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunder Ernährung, Alkohol und Stress.
Die gute Nachricht: Mit einem bewussteren Lebensstil – mehr Bewegung, gesunder Ernährung mit guten Fetten wie Olivenöl und Kokosöl, weniger Zucker und Fast Food, Rauchstopp, weniger Alkohol, besserem Stressmanagement und regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen – kannst du dein Risiko deutlich senken und deine Gefäße langfristig schützen. Jede Veränderung in die richtige Richtung lohnt sich – und es ist fast nie zu spät, damit anzufangen.
PS: Mehr wertvolle Informationen zum Thema "Herz und Kreislauf" findest Du auf der Seite GESUNDER KÖRPER.
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